Ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll?

Zahnzusatzversicherungen gehören mitunter zu den am meisten diskutierten Versicherungen. Ob eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist oder nicht, hängt immer vom Einzelfall ab. Doch sehen wir uns das Ganze ein wenig genauer an.

Zahnzusatzversicherung: ja oder nein?

Ob eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist oder nicht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Mehrere Faktoren spielen bei dieser Frage eine wichtige Rolle:

  • Wahrscheinlichkeit von teuren Zahnbehandlungen
  • Kostenübernahme
  • Kosten der Behandlungen
  • Kosten und Art der Versicherung

Wahrscheinlichkeit von teuren Zahnbehandlungen

Zahnzusatzversicherungen unterscheiden sich in einem Punkt sehr deutlich von anderen Versicherungen: Das Risiko eines kostspieligen Zahnersatzes ist oft schon früh absehbar. Man kann also in einigen Fällen sehr gut abschätzen, ob eine zukünftige Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist oder nicht.

Zahnzusatzversicherung sinnvoll bei schlechten Zähnen

Eine Zahnzusatzversicherung ist sinnvoll, wenn Sie bereits Probleme mit Ihren Zähnen haben.

Die Wahrscheinlichkeit teurer Zahnbehandlungen erhöht sich maßgeblich, wenn

  • … Sie bereits eine Wurzelbehandlung hinter sich haben.
  • … Sie bereits Füllungen
  • … Sie bereits ältere Kronen, Brücken oder sonstigen Zahnersatz
  • … Sie unter Parodontitis

Achtung: Wer zu lange wartet, wird sich schwertun, eine geeignete Zahnzusatzversicherung zu finden. Sobald die Zähne mehrere Schäden aufweisen, kann es passieren, dass diverse Leistungen vom Versicherungsumfang ausgeschlossen werden. Außerdem kommen Versicherungen nicht für Behandlungen auf, die der Zahnarzt bereits geplant hat.

Kostenübernahme

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur für die Regelversorgung und auch hier oft nur zu 50 %. Selbst ein gut geführtes Bonusheft1 bringt bei teuren Behandlungen nicht mehr viel. Alle Zusatzleistungen, wie etwa schönere Kronen oder bessere Füllungen, müssen die Betroffenen aus eigener Tasche bezahlen.

Mit einer Zahnzusatzversicherung reduzieren Sie erstens den Eigenanteil der Kosten und zweitens können Sie dann guten Gewissens bei der Zahnbehandlung bessere Materialien und Behandlungsmethoden wählen – ohne danach Angst vor einem teuren Zahlschein haben zu müssen.

Ein gewisser Eigenanteil wird immer bleiben, selbst bei einer Zusatzversicherung. Bei einem guten Tarif beläuft sich dieser auf ca. 10-25 % der Gesamtkosten. Es gibt ebenfalls Versicherungen, die die Kosten zur Gänze übernehmen – diese sind dann jedoch dementsprechend teurer.

Kosten der Behandlungen

Vor dem Abschluss einer jeden Versicherung sollten Sie sich darüber Gedanken machen, ob Sie die Kosten in einem Schadensfall selbst tragen könnten. Je nach Behandlungsart müssen Sie bei Zahnproblemen mit unterschiedlichen Kosten rechnen. In der folgenden Tabelle erhalten Sie einen Überblick über die häufigsten Behandlungsarten und deren Kosten. 2

Krone (Keramik) ca. 500-1000 €
Inlay (Keramik) ca. 500-800 €
Brücke (Keramik) ca. 1200-1800 €
Implantat mit Keramikkrone ca. 2300-3000 €
Gebisssanierung mit Implantaten ca. 8000-30000 €

Kosten und Art der Versicherung

Zahnzusatzversicherung sinnvoll oder nicht

Für ein schönes Lächeln ist es oft nötig teurere Zahnbehandlungen zu wählen.

Die durchschnittlichen Kosten einer Zahnzusatzversicherungen liegen bei ca. 20-40 € im Monat. Es gibt jedoch auch günstigere sowie teurere Tarife – je nach Leistungsspektrum. Doch Achtung: Viele Versicherer erhöhen ihre Beiträge mit dem zunehmenden Alter des Versicherten.

Möchten Sie lediglich, dass die Kosten der Regelversorgung gesamt gedeckt werden, reichen schon günstigere Versicherungen.

Wem es allerdings wichtig ist, ästhetisch schöne Korrekturen sowie bessere Behandlungen in Anspruch zu nehmen, der sollte auf eine umfangreichere Versicherung setzen.

Beachten Sie in jedem Fall die Wartezeiten der jeweiligen Anbieter. Diese liegen durchschnittlich bei 8 Monaten. Manche Versicherer verzichten aber auf die Wartezeit. Zusätzlich berufen sich einige Dienstleister auf die Zahnstaffel. Damit begrenzen die Versicherungen in den ersten 5 Jahren ihre Leistungen auf einen Maximalbetrag.

Ist eine Zahnzusatzversicherung für Kinder sinnvoll?

Kinder brauchen zwar eher selten einen Zahnersatz, häufig sind jedoch kieferorthopädische Behandlungen wie etwa eine Zahnspange notwendig. Eltern müssen hier mit einer finanziellen Belastung von bis zu 7000 € rechnen.

Zahnzusatzversicherung für Kinder

Zahnspangen können für Eltern schnell zur finanziellen Belastung werden.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt erst bei medizinischer Notwendigkeit und bei erfolgreichem Behandlungsabschluss die gesamten Kosten einer Zahnspange.3 Mit einer privaten Zusatzversicherung haben Eltern die Möglichkeit ein Rundum-sorglos-Paket in puncto Zahnspange zu buchen. Zudem können Kinder damit Zusatzleistungen in Anspruch nehmen, wie etwa transparente Zahnspangen oder eine Versiegelung der Zähne.

Damit sich die Versicherung aber wirklich lohnt, ist es wichtig, diese möglichst vor dem 3. Geburtstag abzuschließen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Zähne in der Regel nämlich noch gesund und die Versicherungsbeiträge damit niedriger. Sobald der Bedarf einer Zahnspange vom Kieferorthopäden einmal festgestellt wurde, kann keine Versicherung mehr abgeschlossen werden bzw. diese kommt dann nicht mehr für die Kosten der Zahnspange auf.

Fazit

Zahnzusatzversicherungen ermöglichen es, umfangreiche Zahnbehandlungen unter möglichst geringem Kostenaufwand in Anspruch zu nehmen. Wer die nötigen finanziellen Mittel für eine teure Zahnbehandlung nicht hat, muss zwangsläufig auf billigere Prothesen und Füllungen oder aber auf eine Zahnbehandlung im Ausland zurückgreifen – doch hier sind gewisse Nachteile nicht auszuschließen.

Eine weitere Alternative ist, selbst jeden Monat Geld für einen Zahnersatz auf die Seite zu legen. Das erfordert jedoch viel Selbstdisziplin! Nur wer jeden Monat Geld spart und dieses nicht anrührt, ist langfristig für den Fall eines kostspieligen Zahnersatzes abgesichert. Mit einer Zahnzusatzversicherung ersparen Sie sich diese Mühen und sind für den Ernstfall bestmöglich abgesichert.

Bildquellen:

© Drobot Dean – stock.adobe.com
© Stefano Garau – stock.adobe.com
© Nobilior – stock.adobe.com
© Robert Przybysz – stock.adobe.com