Empfindliche Zähne und Zahnhälse: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Empfindliche Zähne sowie Schmerzen an den Zähnen bei heißen oder kalten Getränken und Speisen zählen für viele Menschen mittlerweile zum Alltag. Die Ursachen für die Beschwerden sind oft alles andere als leicht zu entschlüsseln, da sie sich von Patient zu Patient stark unterscheiden können.

Ursachen für empfindliche Zähne und Zahnhälse

Wer unter empfindlichen Zähnen und Zahnhälsen leidet, der hat in der Regel mit chronischen Entzündungen im Zahnfleisch-Bereich zu kämpfen. Dadurch kommt es zu einer Rückbildung des Zahnfleisches, was wiederum dazu führt, dass die Zahnhälse freigelegt werden.

Als Hauptursache werden hier normalerweise Bakterien und Viren benannt, die sich am Zahnfleischrand ansammeln und für die Entzündung verantwortlich sind. Das ist meist nur dann möglich, wenn man der Zahnpflege nicht gründlich genug nachgeht oder die Zähne falsch putzt und so die Ausbreitung von Bakterien im Mundraum und an den Zähnen begünstigt.

älteres Paar beißt in einen Apfel

Ältere Menschen kämpfen oft, trotz gesunder Zähne, mit freiliegenden Zahnhälsen.

Freiliegende Zahnhälse oder die Zahnfleischrückbildung lassen sich aber auch auf den natürlichen Alterungsprozess zurückführen, weshalb ältere Menschen trotz gesunder Zähne plötzlich mit den Symptomen zu kämpfen haben. Eine dauerhaft falsche Technik beim Zähneputzen trägt dazu bei, dass das Zahnfleisch nach und nach zurückgeschoben wird und die Zahnhälse letztendlich freiliegen – und das führt dann zur besagten Schmerzempfindlichkeit.

Symptome von freiliegenden Zahnhälsen

Freiliegende Zahnhälse machen sich in der Regel dadurch bemerkbar, dass die Zähne äußerst schmerzempfindlich auf heiße oder kalte Nahrungsmittel sowie stark säurehaltige oder zuckerhaltige Speisen reagieren. Sogar kalte Luft im Winter sorgt für schmerzende Zähne. Der Prozess, der sich dabei abspielt, sieht wie folgt aus:

  • Die freiliegenden Kanäle reagieren auf den Reiz und leiten diesen an den Zahn-Nerv weiter
  • Der Zahn-Nerv wiederum entwickelt aus dem Reiz einen Schmerzimpuls
  • Dieser Impuls wird an das Gehirn weitergeleitet, wo er dann in tatsächlich spürbare Schmerzen umgewandelt wird.

Wird die Schmerzempfindlichkeit immer schlimmer, geht es sogar so weit, dass bloße Berührungen schon ein Problem sind. Auch das Putzen mit der Bürste wird als unangenehm empfunden. Ein bösartiger Kreislauf, da die Bakterien so ein optimales Milieu erhalten, um sich weiter auszubreiten.

Behandlungsmöglichkeiten

Zunächst gilt es, die Schmerzen, die durch die freiliegenden Zahnhälse entstehen, zu lindern. Eine Behandlung beim Zahnarzt ist dafür nicht immer erforderlich. Auch einfache Hausmittel wie Kamillentee1, der als Mundwasser verwendet werden kann, schaffen bereits Abhilfe.

Kamillentee

Eine Mundspülung aus Kamillentee ist ein bewährtes Hausmittel für empfindliche Zähne und Zahnhälse.

Außerdem lohnt es sich, auf eine fluoridhaltige Zahnpasta umzusteigen, die die freiliegenden Zähne mit einer Art Schutzfilm versieht. Dadurch wird der Reiz, der auf die Zähne ausgeübt wird, deutlich reduziert. Auf aggressive Weißmacher-Zahncremes hingegen sollte jeder mit schmerzempfindlichen Zähnen grundsätzlich verzichten.

Der Zahnarzt hingegen setzt in der Praxis häufig Kaliumsalze ein, um die Weiterleitung des Schmerzes bei freien Zähnen zu verhindern. Ebenso bieten sich aber auch mechanische Verfahren an, um die Kanäle zu versiegeln. Gleiches gilt für Lacke oder spezielle Gele.

Bei besonders starken Schädigungen am Zahnhals hingegen stellen oft nur dauerhafte Kronen2 eine geeignete Lösung dar.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Da insbesondere die mangelnde Zahnpflege als häufige Ursache für freiliegende Zahnhälse zu benennen ist, gibt es für Sie durchaus Möglichkeiten, das Risiko einer Erkrankung zu minimieren. Das gelingt in erster Linie durch die richtige Technik beim Zähneputzen, die dafür sorgt, dass Bakterien effektiv abgetragen werden.

Putzen Sie also mindestens zweimal täglich Ihre Zähne und nehmen Sie sich hierfür jeweils rund drei Minuten Zeit. Am besten greifen Sie dabei zu einer fluoridhaltigen Zahncreme, die das Erkrankungsrisiko zusätzlich reduziert.

Auch die tägliche Verwendung von Zahnseide ist zwingend erforderlich, um Speisereste und Bakterien aus den Zahnzwischenräumen zu lösen – ein Bereich, den die Zahnbürste kaum oder nur bedingt erreichen kann.

Besuch beim Zahnarzt

Die regelmäßige Untersuchung beim Zahnarzt ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme, um Karies, Parodontose und Entzündungen vermeiden zu können.

Weitere Vorbeugungsmaßnahmen treffen Sie außerdem durch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt, die Sie am besten einmal im Jahr im Rahmen der Kontrolluntersuchung durchführen lassen. Die lohnt sich insbesondere bei Menschen, deren Zähne besonders anfällig für Erkrankungen wie Karies oder Parodontose sowie Entzündungen im Mundraum sind. Die Reinigungsleistung, die hier durch die professionellen Hilfsmittel erzielt wird, lässt sich nämlich nicht mit der heimischen Zahnpflege vergleichen.

Empfindliche Zähne und Zahnhälse sind für den Betroffenen sehr unangenehm. Die Erkrankung lässt sich grundsätzlich aber leicht verhindern, indem Sie einer effektiven Zahnpflege nachgehen und Ihre Zähne regelmäßig durch den Arzt überprüfen lassen. Zahnprobleme bleiben Ihnen so erspart – und Gleiches gilt natürlich ebenso für das unangenehme schmerzende Gefühl, das sich beim Verzehr von kalten Speisen und Getränken einstellt.